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Ortkrug Grafik

Ortkrug

bei Alt Schwerin

allgemein, gestern und heute

Ortkrug, Postleitzahl 17214 (alt 2061), ist offiziell ein Ortsteil von Alt Schwerin, welches besonders durch das Agrarhistorische Museum bekannt ist. Ortkrug liegt im schönen Mecklenburg und dort im Landkreis Müritz in Mitten eines Naturschutzgebietes auf der Nordwest Seite des Alt Schweriner- oder auch Drewitzer See´s. Die unterschiedliche Bezeichnung des See´s deutet auch auf die angrenzenden Ortschaften Drewitz und Alt Schwerin hin. Der Alt Schweriner See ist ein vom Grundwasser durchströmter Klarwassersee.
Er erreicht eine Wassertiefe von 30 m. Aufgrund seines hohen Kalkgehalts bietet er vielen seltenen Tieren und Pflanzen Heimat. Im Naturschutzgebiet sind jede Menge Rot, Dam- und Schwarzwild zu Hause. Auch Hasen und Fischotter. Vor allem aber Libellen.
Auch die See- und Fischadler haben erkannt, dass Ortkrug zu den besonders schönen Orten unseres Landes gehört.
Karte Alt Schwerin Karte Alt Schwerin /Ortkrug
Gebietskarte
Drewitzer See
1930
hier klicken
Karte Ortkrug
Rotehaus
1930
hier klicken

Der Name Ortkrug stammt aus der Zeit, da der einzige Weg in diesem Ort noch Handels-und Postweg war.
Reisende fuhren mit den Postkutschen lange Zeit durchs Land (Berlin-Güstrow ca. 48 Stunden oder Friedland-Sternberg=14 Meilen=103,88 Kilometer in drei Tagen für 58 Taler zuzüglich Schmier-, Trink-, Stations-, und Wagenmeilengelder in Höhe von rund sechs Talern samt Begleitung).

In den Orten mit der Endung -krug , gab es Raststätten mit der Möglichkeit der Übernachtung.

(1829 von Malchow nach Krakow über Ort=Krug).
Seit dem 17. Jahrhundert verdingten sich hier Bauern die von den Gutsherren aus Alt Schwerin nach Ortkrug, auf schlechten Böden ausgesiedelt wurden.
So gab es neben dem Krug eine Fischerei (der See wurde von Gutsherren in Alt Schwerin verpachtet) und einen Holzbauern
1811 wird Ortkrug als ein Ort der Grenze (Gränze) das Recknicks distrikts genannt.

Das "Neuestes und gründlichstes alphabetisches Lexicon der sämmtlichen Ortschaften der Bundesstaaten von Johann Friedrich Kratzsch, zweiter Abtheilung zweiter Band" nennt unter Ortkrug:

„Ortkrug bei Plau. - Krug - und Fischergehöft, zur Pfarre Alt Schwerin gehörig,
2H 21 E -Großherzogtum Mecklenburg=Schwerin. -Herzogtum Güstrow od. wendischer Kreis. Patrimonialgericht Alt Schwerin - Justitzkanzlei Güstrow
-das Gehöft liegt am nördlichen Ende des Alt=Schweriner=Sees in einem Tannenholze."

Die alten Gehöfte wurden um das Jahr 2000 abgerissen.

Das Regierungsblatt für Mecklenburg-Schwerin zählt für Ortkrug in seiner Amtlichen Beilage 17 Seelen auf.

So auch im nächstgelegenen Ort Bornkrug, den man erreicht, wenn man von Alt Schwerin durch Ortkrug und dann immer grade aus läuft (oder fährt) . Aus mir unbekanntem Grunde wurde der Weg jetzt etwas umgeleitet.

Bei den Haupt und Landwegen wird Ortkrug als Reiseweg von Malchow nach Krakow im Grossherzoglich Mecklenburg-Schwerinsches officielles Wochenblatt 1829 als Station erwähnt
Hier steht noch die Linstow, Bornkrug "alte Poststation".
Sowohl Speisen als auch Unterkunft wird hier geboten. Die Postzeichen verweisen auf eine lange Geschichte dieses kleinen Ortes kurz vor Linstow.

Das Ufer des Alt Schweriner- oder auch Drewitzer Sees ist besonders geschützt. Baden kann man im Sommer am Südteil des See´s. Es ist aber offensichtlich nicht unbedingt gern gesehen, da die Badelustigen, den Wasserhaushalt des Trinkwasserreservats ganz schön ins Trudeln bringen. Außerdem suchen Libellenarten gerne den Uferbereich auf, um sich fortzupflanzen. Einige Arten sind vom Aussterben bedroht.
Auch eine bestimmte geschützte Algensorte verträgt die Verschlechterung der Wasserqualität nicht.
Jeder, der die Möglichkeit hat, sollte daher Bademöglichkeiten an den anderen, in der Nähe befindlichen Seen nutzen.

Im Naturschutzgebiet ist das Baden nur an den dafür vorhandenen Badestellen erlaubt. Das Abstellen von Kraftfahrzeugen und Motorrädern ist nur an den dafür vorgesehenen Plätzen gestattet. Zuwiderhandlungen werden angezeigt!


Das Wasser ist klar und erscheint hellblau. Angeln ist begrenzt und nur vom Boot aus erlaubt. Angelkähne können nur über den DAV Alt Schwerin und dem DAV Karow in Verbindung mit einer Angelerlaubnis gemietet werden. Das Befahren des See´s mit Motorbooten ist nicht möglich.
Die Fischerfamilie, die zu DDR-Zeiten dort lebte, war mit 3 Söhnen die größte Familie in Ortkrug.
Sonst war Ortkrug nur durch die Verwalter verschiedener Ferienobjekte bewohnt. Der See wird jetzt durch zwei Fischereien aus Alt Schwerin und Waren befischt. Die Reusenfischerei wurde im Drewitzer See zugunsten des Fischotters aufgegeben.

Im Sommer waren hier 3 Kinderferienlager mit jeweils ca. 200 Kindern. Das Ferienlager "Hermann Schlimme" befand sich dort, wo heute noch auf den Karten und den Tafeln zum Naturschutzgebiet das "Rothehaus" eingezeichnet ist. Aufgrund der Größe des Hauses und der anliegenden Bauten, wie der Holzscheune und dem Geräteschuppen, könnte man dieses Gelände als das eigentliche Zentrum Ortkrugs bezeichnen, obwohl es das nördlichste Objekt in Ortkrug war.
Auch die Ausschilderungen verweissen auf dieses Objekt.
Der Zugang zur Badestelle des Ferienlagers ist heute als "schöner Ausblick" in den Karten gekennzeichnet. Am Ufer steht heute eine Bank, auf der Wanderer verschnaufen können. Das Bootshaus, dass eine Schilffdeckung hatte, ist auch "verschwunden". Hier lagen die Ruderboote des Ferienlagers.

Auf dem Platz davor fand einmal ein großes Lagerfeuer statt. Ich kann mich nur an dieses eine erinnern.
Sonst war durch die herrlich sommerlichen Temperaturen wohl die Waldbrandgefahr zu hoch.
Offensichtlich sah man nach dem Wegfall des Ferienlagerbetriebes hier die Möglichkeit, das Gelände zu "rekultivieren" und so mehr Raum zwischen der Autobahn nach Rostock und dem Alt Schweriner See zu schaffen. Der Gürtel ist hier nur sehr schmal. Durch den Abriss der Häuser und die erstmal freiliegende Fläche wirkt die Autobahn sehr laut. Ich kann mich nicht erinnern, sie als Kind so laut empfunden zu haben. Vielleicht liegt es an der viel höheren Geschwindigkeit... .

Geblieben sind hier und da ein paar Stäucher, die Laubbäume (Robinen), die beim "Rothehaus" standen und zwei große kräftige Kiefern... . Hier und da findet man noch Spuren ... . Noch haben es die Gräser nicht geschafft, die Fundamente der Steinbaracken zu überwuchern. (2004 wurde das Gelände umgepflügt und aufgeforstet.)

Das Fischerhaus stand als nächstes, etwa 500m südlich, direkt am Ufer. Noch heute stehen die Stäbe der Reusen dort. Die Reusenfischerei wurde zugunsten des Fischotters aufgegeben. Anstelle des Fischerhauses steht heute dort ein Bau, der sogar nicht ins Mecklenburgische passt. Er wurde durch Fischereien genutzt. In einem Zeitungartikel wurde berichtet, daß dieses Haus Herrn Reeps, dem Vorstand der Reepsholdstiftung, durch die Fischereigenossenschaft überlassen wurde.

Ein Gesteinspark Gesteinspark Ortkrug bei Alt Schwerin ist direkt davor angelegt. Er zeigt welche Steine von der Zeit stammen, in der dieses Gebiet von der Natur geschaffen wurde.
Der Park wurde von der Reepshold-Stiftung angelegt, die sich auch sonst um den Ort und das unter Europäischem Schutz stehende Naturschutzgebiet "Drewitzer See" engagieren will. So ist der Erwerb der an das "Schweriner Lager" grenzenden Wiese, auf der früher Rinder weideten, geplant.

Im Jahr 2016 wird das Fischerhaus der Reepsholdstiftung zu einer Naturparkstation umgebaut.
Das Naturparkmagazin berichtet über die Pläne mit dem Gebäude:

Naturschutzstation "Auf dem Ortkrug" eröffnet.


Dann kommen ein paar Häuser, die auch neu entstanden sein müssen. Gleich daran anschließend stehen kleine Häuser mit spitzen Dächern, die damals ebenfalls als Ferienhäuser verschiedener Betriebe dienten. Sie alle sind frisch poliert und dienen jetzt wohl als Wohnhäuser oder bessere Wochendvillen.
Das Gelände der "Deutschen Reichsbahn" ...
ist auch als Ferienobjekt entstanden und verfällt... .
Ferienobjekt DR Rethwisch Möllenhagen in Alt Schwerin


Etwas versteckt liegt das Schweriner Ferienlager. Auch hier gab es ein Haus der "Verwalter". Die Kinder waren in Baracken untergebracht. Immerhin fand ich hier Kinderzeichnungen, die darauf hindeuten, dass dieses Ferienlager noch bis 1998 genutzt wurde. Hier fanden die Treffen der verschiedenen Lager statt. Ein großer Sportplatz und eine große Freifläche waren wohl die Ursache hierfür. Das "Schweriner Lager" war dem "VEB WGK Schwerin" zugehörig. Später wurde daraus der "VEB Bau Union Schwerin" und als heutigen Eigentümer zeigt am offenen Tor ein Schild die " BAU Kappel Union AG Schwerin" an, die leider seit 2001 insolvent ist und zerschlagen wurde.

Die Baracken des Schweriner Lagers besitzen Öfen, was auf eine Nutzung auch außerhalb der Sommersaison hinweist. (Vermutung in einem Brief eines Ferienlagerteilnerhmers bestätigt.)

Die landwirtschaftliche Nutzung der angrenzenden Flächen ist eingestellt. Früher erfreuten wir Stadtkinder uns auch an den "Rindviechern". Wir mussten auf dem Weg zum Fußballfeld unweigerlich an ihnen vorbei. Die Wege hatten im Sommer schon etwas von Ostsee. Schon auf dem Weg zum Schweriner Lager, gab es sandige Wege auf denen die Kinderbeine schwer durch den Sand stampfen mussten. Mit dem Fahrrad war hier auch kein durchkommen... .

Etwas versteckt, auf der dem Drewitzer See abgewandten Seite des Hauptweges, lag das

Postferienlager in Ortkrug bei Alt Schwerin

Ferienheim des Hauptpostamtes Berlin-Pankow.

Das Objekt ist das erste in Ortkrug, wenn man von Alt Schwerin oder Sparow kommt. Von dem Postferienlager ist mir nichts bekannt, ich weiß nur, dass wir auf die "Postler" im "Schweriner Lager" zum Fußballturnier stießen. An das Lager kann ich mich nicht erinnern.

Heute steht hier ein Hotel mit öffentlichem Restaurant. Das Hotel liegt direkt am "Dreier See". Von der Größe her könnte man annehmen, dass dieser See extra für das Hotel gemacht wurde. Das Hotel bietet ausreichend Parkplätze. Wer mit dem Auto unterwegs ist, kann von hier durchaus seine Wanderung um den "Alt Schweriner- oder Drewitzer See" starten.

Zum Schluss bleibt nur noch die Fläche der Schafzucht zu erwähnen. Statt der früheren Rindviecherei wird heute hier extensive Schafzucht betrieben. Die Landwirte erhalten für diese Art der Flächennutzung Entschädigungen von ca. 200 Euro/ha. Die Schafzucht wurde vorher vorallem um Alt Schwerin betrieben.

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